Die Entscheidung für Jesus ist der erste Schritt, der Startschuss in ein neues Leben. Doch wie können wir eine Person in die Nachfolge Jesu‘ führen und darin begleiten?

Fataler Fehler: Was bedeutet Heiligung (nicht)?

Heiligung ist ein wichtiger Prozess in der Nachfolge (vgl. 1.Joh 2,12-17, Hebr 12,14, 1. Thess. 4,3-12, 1. Kor 1,30, 2.Kor 7,1 u.a.).

Allerdings bedeutet Heiligung NICHT, sich Verhaltensweisen einzutrainieren und damit ein besserer Mensch zu werden. Denn wenn wir das tun, versuchen wir, uns aus eigener Kraft zu verändern. Dies führt  zur Selbstanklage, wenn man es nicht schafft bzw. zur Gesetzlichkeit. Es wäre fatal, von Neugeborenen Christen einfach nur eine Verhaltensänderung zu verlangen und deshalb ist das Thema Heiligung auch so wichtig.

Heiligung bedeutet vielmehr, in die Gegenwart Gottes zu kommen und sich von ihm verändern und umgestalten zu lassen. Dadurch wird unser Denken und unser Handeln verändert und wir werden Jesus immer ähnlicher (vgl. 2. Kor 3,18). Allein seine Gegenwart und seine Nähe verändert uns von Innen heraus, da unsere Gedanken, Taten und Motive durch Gottes Licht sichtbar werden. Dadurch kann echte Buße und Umkehr stattfinden. In seiner Nähe erkennen wir, dass wir seine Hilfe brauchen. Es ist der Heiliger Geist (vgl. 1.Petr. 1,2, 2.Thes 2,13,2.Kor 3,18), der Heiligung und Veränderung in uns bewirkt. Dadurch leben wir aus Gottes Kraft und unsere Nachfolge wird lebendig. Die Folge sind gute Früchte, die in unserem Leben sichtbar werden (Lk 6,43, Gal 5,22).

Jesus sagt deutlich, dass wir nicht aus uns selbst heraus gute Frucht bringen können, sondern dass unsere Frucht aus der engen Verbindung zu ihm kommt. Denn ohne IHN können wir nichts tun (Joh 15,4f.). Deshalb kann der Apostel Paulus behaupten, dass wir ein komplett neuer Menschen sind, wenn wir mit Jesus Christus verbunden sind (2.Kor 5,17).

Doch was bedeutet das praktisch?

1. Die Nähe Gottes täglich zu suchen und zu „hören“, was er uns sagen möchte ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens als Christ. Manche Christen brauchen dazu Stille, andere können sich besser in der Natur auf Gott fokussieren und wieder andere durch Anbetungslieder. Eine Predigt, wie man Gottes Stimme „hören“ kann, kannst du hier downloaden.

2. Ein offenes Herz und die Einladung an Gott: „Herr, bitte rede du zu mir. Was möchtest du mir sagen?“ kann eine  Frage an Gott sein. Und dann darauf zu warten, dass Gott antwortet. Der Heilige Geist deckt „Baustellen“ oder Sünde im Leben Stück für Stück auf – in dem Tempo, welches wir verkraften können.

3. Die Entscheidung zur Umsetzung,

4. die Erkenntis, es aus eigener Kraft nicht zu schaffen und

5. um Gottes Hilfe zu bitten, sind die nächsten Schritte.

6. Jetzt kann man staunen, was Gottes Geist an guten Früchten hervorbringt, die sich in Verhaltensweisen, Gedanken und Taten widerspiegeln (Eph 5,9-10)

7. Dies führt wiederum zu einem Lebensstil von Anbeutung: Gott die Ehre zu geben und ihn für seine Größe und seine Taten  zu loben.

Deine Rolle

lebe selbst eine lebendige Nachfolge zu Gott und erzähle von dem, was du mit Jesus im Alltag erlebst und wie er dein Leben prägt.

Sei Unterstützer – und nicht Guru:

Binde die jungen Christen in Glaubensfragen nicht an dich oder einen Pastor, denn sonst lernen sie nicht, eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen. Hilf ihnen vielmehr, sich an Jesus zu binden und leite sie an, eine persönliche Beziehung zu ihm aufzubauen und zu vertiefen.

Pflanze jungen Christen direkt die DNA ins Herz, dass ein Christ da ist, um auch andere Menschen zu retten. Lass ihn teil an deinen Gesprächen haben, wenn du anderen Menschen von deinem Glauben erzählst.

Wichtige Elemente der Jüngerschaft
  • Neue Identität

Jeder frisch gebackene Christ darf von Anfang an wissen, dass er eine neue Identität hat. Er ist nicht mehr getrennt von Gott, sondern Gottes geliebtes Kind, in dem der Heilige Geist wohnt.

  • Persönliche Beziehung zu Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist).

Unterstütze den neugeborenen Christen darin, eine innige Beziehung zu Gott aufzubauen. Das kannst du praktisch tun, indem du ihn motivierst, die Bibel zu lesen und zu Beten. Ganz wichtig beim Beten ist nicht nur zu reden, sondern auch zu hören. Unterstütze dein Gegenüber, wie er lernen kann, Gottes Stimme zu hören und Gottes Willen zu tun. Dies ist der wichtigste Schlüssel in der persönlichen Beziehung mit Gott!

  • Gemeinschaft und Austausch mit anderen Christen

Motiviere den Neubekehrten Kontakt mit anderen Christen aufzunehmen und sich verbindlich in einer Kleingruppe/ einem Hauskreis zu integrieren. Das hilft dabei, Gott besser kennenzulernen, seinen Charakter positiv zu verändern und in der Nachfolge zu Jesus ermutigt zu werden.

  • Hoffnung weitergeben

Der Auftrag Jesu „Macht alle Nationen zu Jüngern“ aus Matth. 28 endet nicht dabei, dass Menschen sich für Jesus entscheiden und zu Jüngern werden, sondern es heißt dort auch „Lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“ Das bedeutet, dass jeder Jünger wiederum Menschen zu Jesus führt. Man nennt das auch das „Jünger-machen-Jünger-Prinzip“. Wenn du dem jungen Gläubigen schon von Anfang an vorlebst, seinen Glauben ungezwungen weiterzusagen, dann wird er auf dieselbe Weise Menschen anleiten, wie er es durch dich gelernt hat. Das ist Multiplikation.

Zeige einem jungen Christen wie er einen evangelistischen Lebensstil entwickeln kann und motiviere ihn anderen von seinen Erlebnissen mit Gott zu erzählen.

Missionale Zellgruppen

Dieser Weg, Gemeinde zu bauen, ist auf Multiplikation ausgerichtet. Einen sehr inspirierenden Artikel von David Garrision zu Gemeindegründungsbewegungen findet ihr hier.Er beschreibt, wie weltweit ein sehr starkes Gemeindewachstum durch missionale Zellgruppen entstanden ist. In Deutschland gibt es in mehreren Regionen Gemeinden, die nach diesem Prinzip Gemeinde bauen oder gerade in der Anfangsphase sind. Einige sind uns bekannt: Region Weser Bergland, Region Hüttenberg bei Gießen, Vogtland.

Roberto Bottrel ist ein sehr guter Ansprechpartner und bietet Schulungen an. Seine Website ist centralDNA.org.

12 Gründe, warum missionale Zellgruppen ein großes Potential für Jüngerschaft und Gemeindewachstum haben, könnt ihr hier downloaden.

 

One 2 One - App für Jüngerschaft [englisch]

Diese App ist ein persönliches Jüngerschaftstraining, welches durch einen Mentor begleitet wird. Sie enthält einen täglichen Bibelleseplan, eine kostenlose Audiobibel, Predigten sowie die Möglichkeit, Bibelverse auf Facebook oder Twitter zu teilen. 

Entwickelt wurde die App von einer Philippinischen Gemeinde, die Mitglied der Every Nation – Gemeinden sind.

Leider ist die App nur auf Englisch erhältlich.

Material und Ideen

Es gibt verschiedene Wege, Jüngerschaft zu leben:

1. persönliche Begleitung

Du triffst dich regelmäßig mit jemanden, um ihn in der Nachfolge zu begleiten. Lies mit ihm die Bibel und bete gemeinsam mit ihm.

Das Entdecker Bibelstudium kann dir als Leitfaden dienen.

2. Glaubensgrundkurs

Dieser Kurs wird in der Regel von einer Gemeinde oder einer Kleingruppe angeboten. Beispielsweise gibt es folgende Möglichkeiten:

Alphakurs

Startevent: Leben: Ist das alles?

1. Jesus: Wer ist das?
2. Kreuz: Warum musste Jesus sterben?
3. Glaube: Wie kann ich glauben?
4. Gebet: Warum und wie kann ich beten?
5. Bibel: Wie kann ich sie lesen?

Wochenende
Nachfolge: Wie führt Gott unser Leben?
Heiliger Geist: Wer ist das und was tut er?
Erfüllt: Wie werde ich mit dem Hl. Geist erfüllt?

6. Leid: Wie kann ich mit dem Bösen umgehen?
7. Kirche: Wozu Kirche und warum weitersagen?

Vertikalkurs

Die Themen des Vertikalkurses

  1. Sehnsucht – Gott will uns erfüllen
  2. Bibel: Gott redet zu uns
  3. Hautnah – Gott zeigt sich uns
  4. Klimawandel – Gott fehlt uns
  5. Unruhe – Gott gibt uns Frieden
  6. Meisterwerk – Jesus ist mit uns
  7. Kreuzverhör – Gott tritt für uns ein
  8. Freispruch – Gott begnadigt uns
  9. Vertrauensfrage – Gott will unseren Glauben
  10. Neustart – Gott bereichert unser Leben

3. Missionale Zellgruppen

Dieser Weg, Gemeinde zu bauen, ist auf multiplikation ausgerichtet. Roberto Bottrel ist hier ein sehr guter Ansprechpartner. Seine Website ist centralDNA.org. 12 Gründe, warum missionale Zellgruppen ein großes Potential für Jüngerschaft und Gemeindewachstum haben, könnt ihr hier downloaden.

 

Grundsätzliche Überlegungen für einen Glaubensgrundkurs:

Im Vorfeld:

  • In welchem Rahmen soll der Kurs stattfinden?
    • In Gemeinderäumen/ Im öffentlichen Rahmen – z.B. Restaurant
    • Mit/ ohne Essen
    • Schwerpunkt auf zentralem Vortrag oder Kleingruppengespräche
    • Über welchen Zeitraum soll der Kurs stattfinden?
  • Wieviele Mitarbeiterressourcen sind vorhanden? (inkl. Essen servieren?, Kursleiter…)
  • Wie gewinnen wir Menschen für diesen Kurs?
    • Über Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Verwandte der Gemeindeglieder!
  • Wie können die Gemeindemitglieder dafür gewonnen werden, dass sie ihre sozialen Kontakte einladen? [Predigten, die Gottes große Liebe für die Verlorenen Menschen verdeutlichen; Dringlichkeit, weil Menschen sonst für immer verloren gehen]

Nachhaltigkeit:

Wie kann die Nachhaltigkeit gewährleistet werden?

  • Anschließendes Gemeindefest mit grillen, etc., um Kontakte zur Gemeinde herzustellen
  • Hauskreise, die für neue Leute offen sind
    • Thematische Kleingruppen (z.B. Courageus – ein mutiger Weg für Männer; Lügen, die wir Frauen glauben; Mein Herz, meine Begabung, meine Berufung; Der Heilige Geist – Schlüsselperson unseres geistlichen Lebens; so ist Versöhnung, so muss der wahre Frieden sein…)
    • Bibelentdeckerkreis
    • (Neu gegründete) Kleingruppen, wo mindestens 3 neue Leute hinkommen können
Stolpersteine in der Nachfolge

Leider machen wir immer wieder die Beobachtung, dass manche Christen scheinbar keinen Antrieb in ihrem Christsein haben und sie immer wieder von anderen „animiert“ werden müssen, „bei der Stange zu bleiben“. Dies kann mehrere Gründe haben. Unser Anliegen ist es nicht, andere Christen zu richten, denn es ist die Gnade und Liebe Gottes, die uns selber immer wieder in seiner Nähe hält.

Wir möchten lediglich unsere Vermutungen äußern, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

  1. Einseitiges Verständnis von Gemeinde:

a) Trennung zwischen Glauben und Alltag:

Es wird eine Unterscheidung gemacht zwischen dem Alltag, in dem man notgedrungenerweise sein Geld zum Leben (und auch für Gemeindespenden) verdienen muss und dem geistlichen Leben, welches sich in der Gemeinde abspielt. Dieses Denken hat fatale Folgen, denn dann klammert man Gott aus seinem Alltag aus und erlebt ihn auch nicht im Alltag.

b) Konsumieren statt Reich Gottes bauen

Die Aufgabe von Gemeinde wird hauptsächlich darin gesehen, ein neues Zuhause zu sein, um von seinen Alltagsproblemen abzuschalten und selber aufzutanken. Natürlich beinhaltet Gemeinde auch diese wichtigen Apsekte. Doch wenn es ausschließlich darum geht, wäre Gemeinde nur ein Selbstzweck. Die Konsequenz ist, dass man von einem  Gottesdienst und Hauskreis erwartet, dass man sich selber wohlfühlt, aber es nicht lernt, Gottes Reich aktiv zu bauen.

Ein anderes Verständnis wäre, Gemeinde als Basis zu sehen: Hier wird man zugerüstet, ausgestattet, korrigiert,  freigesetzt und begleitet, um Gottes Licht in sein soziales Umfeld zu bringen. Wenn man dies verstanden hat, ist beispielsweise ein Hauskreis auch dazu da, um interessierte Freunde oder Arbeitskollegen einzuladen und nicht nur, um eine Oase im Alltag zu haben.

  1. Persönliche Ebene:

Eine Person hat nicht wirklich erfahren, was eine lebendige Beziehung zu Jesus bedeutet. Im Alltag mit Gott verbunden zu sein und aus der Kraft des Heiligen Geistes zu leben, geschieht nur, wenn man mit Gott Gemeinschaft hat.

Folgende „Missverständnisse“ können die Ursache sein, warum jemand nicht im Glauben wächst:

  • Man kopiert andere Christen, weil man denkt, dass dies Christsein bedeutet. Doch nur ein Verhalten zu kopieren, ist nicht das, was Christsein bedeutet. Dies ist nicht autenthisch und fühlt sich nicht echt an – weder für einen selbst noch für andere. Doch Gott möchte keine Kopien, sondern Originale. Gott möchte eine persönliche und vertrauensvolle Beziehung zu jedem seiner Kinder haben.
  • Man versucht, aus eigener Kraft den Glauben zu leben. Doch dies führt zur Erkenntnis „Ich schaffe es nicht“. Aus eigener Kraft die gewünschten Veränderung herbeizuführen ist eine religiöse Form. Es ist einfach frustrierend, denn keiner von uns schafft durch eigene Anstrengungen besser zu werden. Fakt ist, dass wir in der Gemeinschaft mit unserem wunderbaren Gott verändert werden und Er uns Stück für Stück Jesus ähnlicher macht. Wichtig ist, dass wir uns immer wieder entscheiden Jesus zu folgen und seine Nähe zu suchen.
  • Es hat keine wirkliche Umkehr stattgefunden. Dies ist oft mit der Auffassung verbunden, dass man doch im Grunde genommen ein guter Mensch sei. Doch diese Selbstgerechtigkeit entspringt der grundlegendsten Sünde von uns Menschen „Ich brauche keinen Gott, der mich rettet“.
  • Es hat kein Herrschaftswechsel stattgefunden. Gott spielt nur eine kleine Nebenrolle und die Person hat ihr Leben immer noch selbst in der Hand. Die Auffassung ist, dass neben dem bisher schon vollen Tagesablauf und Leben der Glaube einfach obendrauf kommt.
  • Gott hat an einem Punkt (manchmal sogar mehrmals) bereits ins Leben gesprochen, aber man ist nicht bereit, Gott gehorsam zu sein und ihm zu vertrauen. Stattdessen beschäftigt man sich lieber mit anderen Dingen, um Gottes Stimme zu übertönen.
  • Man hat sich von der „ersten Liebe“, die man zu Jesus hatte, entfernt und Jesus ist nur noch ein unwichtiger Teil des Lebens. Da man weiß, dass man bewusst oder unbewusst die Prioritäten im Leben falsch gesetzt hat, sucht man die Nähe zu Gott nicht regelmäßig auf.

Lebendiges Christsein heißt im Wesentlichen, dass Jesus der Herr des Lebens ist. Denn „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2,20) ist dann eine Realität. Dies hat mehrere Konsequenzen. Z.B., dass man nicht mehr aus eigener Kraft versuchen muss ein guter oder besserer Mensch zu sein, sondern täglich aus der Kraft des Heiligen Geistes leben darf. Gott zeigt uns Stück für Stück die Dinge in unserem Leben, die er prägen und verändern möchte. In Jesus können wir lieben und vergeben. Er heilt unser Herz und macht uns ihm ähnlich.

Unser Leben dreht sich nicht mehr um uns selbst und darum, sich selbst zu verwirklichen. Man baut nicht mehr sein eigenes Reich, sondern strebt danach, Gottes Reich zu bauen und Gott groß zu machen (vgl. Matthäus 6,10).

7 + 11 =

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